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„Wer ist Christus für uns heute?“, diese Frage bewegte Dietrich Bonhoeffer immer wieder. Wohl auch eine legitime Frage im Blick auf die Passionszeit 2012. Was bedeuten denn eigentlich Leiden, Kreuzigung, Tod und Auferweckung Christi für uns - hier und jetzt? Sicher, dabei geht es um den Kern des christlichen Glaubens, um das Christusgeschehen, mit dem vor zwei Jahrtausenden alles begann. Dies gilt es in diesen Wochen besonders zu bedenken. Aber wichtiger, weitaus wichtiger als die Erinnerung an diese Ereignisse aus längst vergangener Zeit ist es, dass wir uns darüber Rechenschaft geben, welche Bedeutung sie denn für unser, für mein Leben, hier und heute haben! Für Bonhoeffer war das Nachdenken über die Person Christi keine theoretische Übung. Ihm ging es immer um den existentiellen Bezug dessen, was über den Sohn Gottes zu sagen ist. Zur Debatte steht also nicht Jesus Christus an sich, sondern immer Jesus Christus für uns, für mich. Der Monatsspruch für März will diesen existentiellen Bezug herstellen: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als ein Lösegeld für viele“ (Markus 10, 45). Brauchen wir diesen Dienst? Haben wir, habe ich es tatsächlich nötig, dass einer sein Leben als Lösegeld für mich bezahlt? Von der Beantwortung dieser Fragen hängt viel ab im Blick auf das, wer Christus heute für mich ist. Und womöglich sind das lohnende Fragen, mit denen wir uns als Gemeinde und als Einzelne in diesen sieben Wochen beschäftigen könnten. Ich möchte Sie herzlich dazu einladen, sich mit uns auf den Weg zu machen um herauszufinden, welche Bedeutung die Christusgeschichte für Sie und Ihr Leben ganz persönlich hat!

„Wer ist Christus für uns heute?“, diese Frage bewegte Dietrich Bonhoeffer immer wieder. Wohl auch eine legitime Frage im Blick auf die Passionszeit 2012. Was bedeuten denn eigentlich Leiden, Kreuzigung, Tod und Auferweckung Christi für uns - hier und jetzt? Sicher, dabei geht es um den Kern des christlichen Glaubens, um das Christusgeschehen, mit dem vor zwei Jahrtausenden alles begann. Dies gilt es in diesen Wochen besonders zu bedenken. Aber wichtiger, weitaus wichtiger als die Erinnerung an diese Ereignisse aus längst vergangener Zeit ist es, dass wir uns darüber Rechenschaft geben, welche Bedeutung sie denn für unser, für mein Leben, hier und heute haben! Für Bonhoeffer war das Nachdenken über die Person Christi keine theoretische Übung. Ihm ging es immer um den existentiellen Bezug dessen, was über den Sohn Gottes zu sagen ist. Zur Debatte steht also nicht Jesus Christus an sich, sondern immer Jesus Christus für uns, für mich. Der Monatsspruch für März will diesen existentiellen Bezug herstellen: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als ein Lösegeld für viele“ (Markus 10, 45). Brauchen wir diesen Dienst? Haben wir, habe ich es tatsächlich nötig, dass einer sein Leben als Lösegeld für mich bezahlt? Von der Beantwortung dieser Fragen hängt viel ab im Blick auf das, wer Christus heute für mich ist. Und womöglich sind das lohnende Fragen, mit denen wir uns als Gemeinde und als Einzelne in diesen sieben Wochen beschäftigen könnten. Ich möchte Sie herzlich dazu einladen, sich mit uns auf den Weg zu machen um herauszufinden, welche Bedeutung die Christusgeschichte für Sie und Ihr Leben ganz persönlich hat!

Es grüßt Sie herzlich,

Ihr Pfarrer

Peter Edert


  • Author: Pfarrer Peter Edert


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Nachdem wir ja in den Supermärkten bereits aber dem Spätsommer mit Lebkuchen und Spekulatius versorgt werden, und die Weihnachtsdeko in den Einkaufszentren schon seit Ende September erstrahlt, hat jetzt die Adventszeit tatsächlich begonnen - „Advent ist im Dezember“, so hat unsere Kirche vor einigen Jahren versucht, der kommerziellen „Verweihnachtung“ des letzten Jahresquartals zu wehren. Nur - egal, ob wir den Advent in seinem angemessenen Zeitrahmen begehen oder nicht - wichtiger ist doch, dass wir uns dem Inhalt und der Botschaft dieser Zeit öffnen! „Gott kommt“, darum geht es im Advent.

Advent heißt Ankunft, Ankunft Gottes in seinem Sohn Jesus Christus. Aber um dieses Kommen des Gottessohnes geht es nicht nur in der Rückschau, in der Erinnerung an die Ereignisse, die schließlich zur Geburt im Stall von Bethlehem geführt haben. Vielmehr will Jesus Christus hier und heute zu uns kommen! Diesem Ziel diente ja auch das erste Weihnachtsfest. Und das ist keine neue Erkenntnis. Hören Sie doch einmal ganz genau hin, wenn wir zusammen die alten und wohlbekannten Lieder singen: „Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist“ (EG 1,5), oder: „Wie soll ich dich empfangen und wie begegn dir...?“ (EG 11,1).

Das ist die adventliche Botschaft von Anfang an: Dass Jesus Christus uns jetzt, gegenwärtig, begegnen will, dass er uns mitten im „richtigen Leben“ seine erstaunliche Alternative eines mit Gott versöhnten und von ihm gesegneten Lebens eröffnen will. „So kommt der König auch zu euch, ja, Heil und Leben mit zugleich“ (EG 1,4). Seien Sie erwartungsvoll, erwarten Sie viel - nein, nicht für Ihre Gebühren oder (Kirchen-) Steuern, sondern von Gottes Gnade!

Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete, erwartungsvolle Advents- und Weihnachtszeit und ein erfülltes, behütetes neues Jahr!

Ihr Pfarrer

Peter Edert


  • Author: Pfarrer Peter Edert


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kennen Sie das „Skat-Evangelium“? Es steht bei Matthäus Kapitel 18, Vers 20 und lautet: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Der, der hier spricht, ist natürlich unser Herr Jesus Christus selbst. Und vielleicht verdankt sich diese „Eselsbrücke für Bibelleser“ der Tatsache, dass es sich hier um ein für uns Christen immens wichtiges Jesuswort handelt. Denn uns wird ja ein ganz wichtiges Versprechen im Hinblick auf unser Zusammenkommen gegeben. Diese Verheißung, unser Monatsspruch für September, gilt natürlich zuerst für unsere gottesdienstlichen Zusammenkünfte, aber auch genauso für jedes andere Zusammensein von Christenmenschen, soweit es im Namen Jesu geschieht. Alle anderen Versammlungen und Treffen, egal wie wichtig und zahlreich sie auch sein mögen, stehen dann jedenfalls nicht unter dieser Verheißung. Gemeinde und Kirche Jesu Christi versammelt sich unter seinem Namen und darf sich von daher seiner Gegenwart gewiss sein.

Aber, machen wir uns das auch immer bewusst? Wenn denn z.B. unsere Gottesdienste in der Gegenwart des auferstanden und erhöhten Christus gefeiert werden, warum feiern wir sie nicht mit mehr Erwartung? Und wenn wir darauf vertrauen, dass er bei unseren Kreisen und Feiern zugegen ist, warum laden wir nicht mehr unserer Freunde, Bekannten und Nachbarn dazu ein? Hier, in Gottesdiensten und Gemeindekreisen, ist doch dann der Ort, wo sie ihm begegnen können! Welche Begegnung kann denn für einen Menschen wichtiger sein als diese? Vielleicht braucht es einen Paradigmenwechsel. Mission bzw. Evangelisation bedeutet dann nicht in erster Linie, andere von einer Idee oder Ideologie oder auch Theologie zu überzeugen, sondern sie mit all ihren Problemen, Sorgen und Freuden zu einer Begegnung mit dem gegenwärtigen Christus einzuladen.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Pfarrer

Peter Edert


  • Author: Pfarrer Peter Edert


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In meiner Kindheit sind mein Freund und ich öfter auf Schatzsuche gegangen. Inspiriert von den Abenteuern Tom Sawyers und Huck Finns haben wir dann auch so manchen „Schatz“ gehoben: Alte Luftschutzhelme, verbogene Fahrradrahmen, Autoreifen und sonstigen Unrat. Irgendetwas von Wert war allerdings nie dabei. Und so wanderte der ganze Plunder ganz schnell wieder auf dem Müll. Ein wahrer Schatz ist ja etwas von Wert, das man eben deshalb wertschätzt! Und solch einen wertgeschätzten Schatz, den bewahrt und behütet man wie einen Augapfel. Oft genug wird ja sogar das eigene Selbstwertgefühl durch solch einen Schatz definiert. Jesus fordert die Menschen, die ihm nachfolgen auf, sich „Schätze im Himmel zu sammeln“, weil sie dort der Vergänglichkeit, der ja irdische Schätze letztendlich immer unterliegen, entzogen sind. Der Nebeneffekt dieser Art des Schätzesammelns wäre dann auch, dass unsere Herzen im Himmel wären, denn „wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz“ (Mt. 6,21).

Hier haben wir dann auch den ultimativen Lackmustest unseres Glaubens! Wenn das Evangelium von Jesus Christus wirklich der größte Schatz in unserem Leben ist, dann ist auch unser Herz, biblisch gesehen der Sitz unseres Willens und unserer Intentionen, ungeteilt bei ihm. Andernfalls sind es eben die anderen Schätze unseres Lebens, die unser ganzen Sinnen und Trachten steuern: Unsere Karriere, das Streben nach Wohlstand und Glück, die eine oder andere Beziehung, unser Hobby, das Suchen nach Selbstverwirklichung usw. Das sind ja möglicherweise alles Dinge, die, für sich gesehen, gut und wertvoll sind. Aber es geht unserem Herrn in der Bergpredigt um Prioritäten. „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes...“ Die vielen Verheißungen Christi, „Leben und volle Genüge“ (Jh. 10, 10) gelten den Menschen, die an dieser Stelle ernst machen. Welchem Schatz ist Ihr Herz vor allem verpflichtet?

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Pfarrer

Peter Edert


  • Author: Pfarrer Peter Edert


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Die Passionszeit führt uns jedes Jahr neu an die Quelle und die Grundlagen unseres Glaubens. Der Kreuzestod Jesu Christi und seine Auferweckung von den Toten sind aber nicht nur Basis und Ausgangspunkt des Christentums, sondern dieses Geschehen ist unüberholbar, weil unser Glaube ja dort nicht nur seinen Anfang nimmt, sondern auch immer wieder seinen Zielpunkt hat. Allzu oft entsteht, bisweilen auch im Raum der Kirche, der Eindruck, als ginge es nur darum, sich irgendwie einer gesellschaftlich relevanten Gruppe anzuschließen, irgenwie dabei zu sein. Aber das Wort vom Kreuz ist eben nicht nur frommes Beiwerk, sondern Fundament unseres Denkens, Redens und Handelns. Dabei ist allerdings die persönliche Aneignung unerläßlich. Die Heilige Schrift hat dafür eine reiche Begrifflichkeit: Umkehr, Glauben und Vertrauen beziehen sich jedoch immer auf das Handeln Gottes in seinem Sohn Jesus Christus. Er ruft Menschen in seine Nachfolge indem er sie einlädt, sich mit ihrer gesamten Existenz in das Geschehen des Karfreitags und des Ostermorgens hineinnehmen zu lassen. „Wißt ihr nicht, daß alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln.“, schreibt der Apostel Paulus an die Christen in Rom und macht damit deutlich, dass Kreuz und Auferweckung eine unmittelbare Auswirkung auf unser ganz persönliches Leben haben. Es geht um nicht weniger als „neues Leben“, um ein deutliches Vorher und Nachher, um Licht anstelle von Dunkelheit, um die Neu- oder Wiederentdeckung der Kraft des Evangeliums (Röm. 1,16+17). Die Passions- und Osterzeit will Zeit der Entdeckungen sein, der Rück- und Neubesinnung auf den Anfänger und Vollender des Glaubens (Hebr. 12,2). Vielleicht lassen auch Sie sich einladen, auf  diese heilvolle Entdeckungsreise zu gehen?

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Pfarrer

Peter Edert


  • Author: Pfarrer Peter Edert


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„Die Seele baumeln lassen“ - das ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten für immer mehr Menschen ein sehr erstrebenswertes Ziel geworden. Aber oft müssen wir dann die Erfahrung machen, dass wir nicht zur ersehnten Ruhe für unser Innerstes gelangen. Die äußeren Umstände, z.B. im Urlaub, sind perfekt, und dennoch rast unser Herz vor Unruhe. Und gerade solche Zeiten, in denen wir frei werden von den Zwängen des Alltags sind es, so sagen uns die Psychologen, in denen Konflikte erst so richtig aufbrechen. Da liegt der Verdacht nahe, dass es eben nicht der 5-Sterne-all-inclusive-Urlaub ist, der uns wirklich zur Ruhe bringen kann. Der Kirchenvater Augustinus beleuchtet das Problem gleich zu Beginn seiner „Bekenntnisse“, der vielleicht ersten psychologischen Abhandlung der abendländischen Kulturgeschichte: „Du hast uns zu dir hin erschaffen, und ruhelos ist unser Herz, bis es ruht in dir.“ Und er greift hier natürlich Einsichten seines Schriftstudiums auf. In Psalm 62, 6, unserem Monatsspruch für den März, heißt es: „Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe; denn von ihm kommt meine Hoffnung.“ Es scheint also so zu sein, dass wir unsere schöpfungsmäßige Bestimmung verfehlen, wenn wir versuchen anderswo als bei Gott Ruhe für unsere Seele, für unseren inneren Menschen, zu finden. Und da helfen auf Dauer auch nicht die diversen Formen von „Spiritualität“, bei denen die Rechnung ohne den lebendigen Gott gemacht wird. Denn nur in ihm finden wir das vollkommen vertrauenswürdige Gegenüber, das unsere Seele, dieses überaus sensible Organ, im Gleichgewicht hält. Denn der, der uns das Leben geschenkt hat, der weiß auch, wie es gelingen kann. Dazu hat er seinen Sohn Jesus Christus in die Welt gesandt, damit wir durch ihn leben sollen. Wie sagte schon Mr. Spock: „Leben Sie lange und in Frieden!“.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Pfarrer

Peter Edert


  • Author: Pfarrer Peter Edert


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in der Advents- und Weihnachtszeit erwarten  und feiern wir die Ankunft des Gottessohnes in unserer Welt. Und natürlich steht die Geburt Jesu im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit. Ich kann mich allerdings des Eindrucks nicht erwehren, dass wir uns bei unserm Feiern allzu oft auf das Kind beschränken und darüber die eigentliche Mission Christi in den Hintergrund gedrängt wird. Dabei hat sie von Anbeginn an die Deutungshoheit beim Weihnachtsgeschehen! „Christ, der Retter ist da!“, tönen uns Weihnachslieder entgegen. Dass der Retter, der Heiland geboren wird, das wird Maria vom Engel angekündigt, und das ist auch die Botschaft für die Hirten auf dem Felde. Aber, um was für eine Rettung geht es eigentlich? Sicher, um unseres Erettetwerdens von unseren Sünden, um unseres Heils und ewigen Lebens willen wird der Sohn Gottes Mensch, aber das alles soll, entgegen der landläufigen Meinung, schon in diesem Leben Raum greifen. Weihnachten ist mehr als die göttliche Präsentation der „Du-kommst-aus-dem-Gefängnis-frei-Karte“! Von daher passt der Monatsspruch für Dezember (Mt. 3,2) perfekt in diese Zeit: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“ Das ist die Botschaft Jesu, das ist das Evangelium, das mit ihm und durch ihn in diese Welt gekommen ist! Wir Menschen sind eingeladen, unsere eigenen, selbstbestimmten Wege, die sich nur allzuoft als Sackgassen erweisen, zu verlassen, und auf Gottes Wegen weiter zu gehen, die Christus uns zeigt. Durch ihn können wir Eingang finden in den Herrschaftsbereich des lebendigen Gottes und unser Leben in der Nachfolge Christi als Gottes gesegnete Töchter und Söhne führen. Das ewige Leben kann jetzt schon beginnen - das ist die Botschaft des anbrechenden Gottesreiches, um derentwillen das Kind im Stall von Bethlehem geboren wird.

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit  und ein gesegnetes neues Jahr wünscht Ihnen allen von Herzen

Ihr Pfarrer

Peter Edert


  • Author: Pfarrer Peter Edert


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Mögen Sie chinesische Glückskekse? Nein, ich meine nicht das bröselig-fettige Äußere, sondern die kleinen Zettelchen innen drin, auf denen dann irgendein mehr oder minder sinnhafter Spruch steht.  Diese Kekse spielen ja auf die menschliche Neigung zum Orakelhaften an: Ein Wort, das mein Schicksal bestimmt oder wendet, das mir die dringend benötigte Wegweisung gibt. Gerade auch Worte der Bibel haben ja manchmal diese Wirkung. Unmittelbar, ganz ohne Rücksicht auf den textlichen Zusammenhang, spricht uns ein Vers an. Aber im Gegensatz zu dem Glückskeksspruch handelt es sich bei den Verheißungen und Trostworten der Heiligen Schrift keineswegs um irgendwelche allgemeingültigen Universalwahrheiten und -weisheiten. Hier geht es ganz eindeutig um beziehungsgebundene Worte! Sie wenden sich an Menschen, die zu dem, der da spricht, in einer Beziehung stehen. Der Apostel Paulus drückt das so aus: “Was immer Gott an Zusagen gemacht hat – in Jesus Christus finden sie alle ihre Erfüllung” (2.Kor. 1, 20). Darum ist die Bibel ja kein Orakelbuch, sondern spricht in die Gottesbeziehung eines Menschen hinein. Wer zu Jesus Christus gehört, darf sich getrost auf die Zusagen Gottes in seinem Wort verlassen. Eine besonders schöne begegnet uns im Monatsspruch für den Oktober: “Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan und niemand kann sie zuschließen” (Offb. 3,8). Das Wort ist an eine Gemeinde gerichtet, die nur “eine kleine Kraft” hat - vielleicht nicht groß genug, um die Tür selbst zu öffnen. Ein durchaus vertrautes Gefühl, dieses Gefühl der Kraftlosigkeit. Aber nun öffnet Jesus selbst diese Tür, beseitigt das unüberwindliche Hindernis und macht den Weg frei zu Leben und Glauben - wer anklopft, dem wird aufgetan!

 

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Pfarrer

Peter Edert


  • Author: Pfarrer Peter Edert


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Karl Barth, der wohl wichtigste evangelische Theologe des 20. Jahrhunderts, hat den Satz geprägt, dass wir als Christen “immer wieder mit dem Anfang anfangen” können. Und dieser Anfang beginnt immer wieder bei Jesus Christus selbst. Egal, wie weit wir uns auch verrannt haben mögen, hier, beim Sohn Gottes, unter seinem Kreuz, ist der Ort, wo wir immer wieder neu beginnen können! Sie kennen das vielleicht: Der Computer, inzwischen unersetzliches Arbeitsgerät in vielen Lebensbereichen, ist abgestürzt. Nichts geht mehr, die geniale Maschine versagt gänzlich den Dienst. Oft genug hilft hier dann nur ein “system-reset”, ein Neuaufspielen des Betriebssystems und aller Anwendungen. Haben Sie sich das auch schon einmal für Ihr Leben gewünscht? All die Fehler im Lebenssytem, alle Fehlfunktionen, die Schadstellen und Schädlinge des Lebens einfach auszulöschen und ganz von vorn anzufangen? Wieder ganz neu mit dem Anfang anzufangen?

Jesus Christus steht für diesen “system-reset” unseres Lebens. Die Bibel nennt das “Umkehr”, “Buße” und “Bekehrung”. Wenn ein Mensch mit der Bitte um Erneuerung und Neuwerdung zu Jesus Christus kommt, wenn er bereit ist, alte Wege schonungslos zu überprüfen und ggf. zu verlassen, wenn er sein ganzes Vertrauen auf die erneuerende Kraft in Christus setzt, dann kann dieses Wunder geschehen! Und auch „Wiederholungstäter“ werden mit offenen Armen empfangen. Es gibt im Wirrwarr und der Komplexität unserer menschlichen Existenz tatsächlich einen Weg, auf dem Leben gelingen kann. Er heißt Nachfolge Jesus Christi. Von ihm können wir lernen, wie wir leben können. Und er verspricht uns Leben und volle Genüge. Und er lädt uns alle ein!

Es grüßt Sie herzlich

 

Ihr Pfarrer

Peter Edert


  • Author: Pfarrer Peter Edert


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In einer ehemaligen Garnisonskirche in der Berliner Innenstadt lagert in einem dunklen Winkel auf der Orgelempore ein altes Wandrelief. Darauf ist ein deutscher Soldat aus dem 1. Weltkrieg abgebildet, der in seinem Arm einen verwundeten oder sterbenden Kameraden hält, während er mit der anderen Hand im Begriff ist, dem Feind eine Stielhandgranate entgegen zu schleudern.

 Darunter steht ein Schriftwort aus dem Johannesevangelium: „Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde“ (Jh. 15, 13). Nach den Greuel des letzten Krieges ist dann dieses Wandbild wohl aus dem Kirchenschiff entfernt und schamvoll versteckt worden - „entsorgen“ konnte man es wahrscheinlich aus Gründen des Denkmalschutzes nicht so ohne weiteres.

Und in der Tat reflektiert diese martialische Darstellung eine sehr eigenwillige Auslegung des Jesuswortes. Denn unser Herr spricht im Zusammenhang davon, dass seine Jünger, also die Menschen, die ihm nachfolgen, einander so lieben sollen, wie er uns liebt. Und auch wenn selbst auf den Schlachtfeldern des 1. Weltkriegs hier und da die Liebe Christi unter Kameraden und womöglich sogar zwischen Feinden offenbar werden konnte, hat unser Herr wohl nicht zuerst an Waffenbrüder gedacht, als er seine Nachfolger „Freunde“ nannte.

Eines allerdings zeigt das Soldatenbild sehr eindrucksvoll: Diese Liebe ist kostbar, denn sie hat Jesus das Leben gekostet! Und: Sein Tod ist nicht vergebens gewesen, so wie das sinnlose Sterben unzähliger Menschen in den Kriegen des letzten Jahrhunderts. Er hat sein Leben für uns gegeben, damit alle, die ihm ihr Leben anvertrauen, Freunde - Freunde Gottes sein können. Das ist die „Frucht seines Sterbens“, die wir in der vor uns liegenden Passionszeit neu bedenken und feiern wollen. Denn hier liegt das unwandelbare Fundament unseres Christseins. „Ohne mich könnt ihr nichts tun“, sagt Jesus an anderer Stelle in Johannes 15.

Es grüßt Sie herzlich

 

Ihr Pfarrer

Peter Edert


  • Author: Pfarrer Peter Edert


Weihnachtszeit

In diesem Jahr haben wir des zwanzigsten Jahrestages des Mauerfalls gedacht und viele von Ihnen werden sich noch gut an das Weihnachtsfest 1989 erinnern können - vor allem jene, die endlich zum Fest liebe Verwandte oder Freunde ungehindert besuchen konnten. Ein historisches Fest!

Die Älteren haben vielleicht noch Erinnerungen an den ersten Heiligabend in Frieden - 1945. Ebenfalls ein geschichtsträchtiges Datum. Und dann gibt es noch die vielen Weihnachtsfeste, die in unserer persönlichen Lebensgeschichte eine herausragende Rolle spielen, weil sie mit diesem oder jenem entscheidenden Wendepunkt unseres Lebens in Zusammenhang stehen. Für mich ist Weihnachten 1975 so ein Datum.

Wenige Wochen zuvor hatte mich das frohmachende Evangelium von Jesus Christus im Innersten meiner Existenz getroffen, und nun hatte das Christfest mit einem Mal eine ganz besondere Bedeutung, einen ganz besonderen Glanz gewonnen. Der Sohn Gottes war Mensch geworden - für mich Mensch geworden! Und obwohl seitdem viele Weihnachten ins Land gegangen sind, haben mich die warmen und hellen Erinnerungen an jenes Fest durch manch kältere und dunkle Momente meines Lebens getragen, die es danach noch geben sollte. Ich möchte Sie ermutigen, dieses Weihnachten 2009 für Ihr Leben zu einem ganz besonderen Fest zu machen.

Vielleicht haben Sie ja den Sohn Gottes noch nie bewusst eingeladen, in Ihrem Leben eine entscheidende Rolle zu spielen. Oder die Stürme des Lebens haben ihn in eine unbedeutende Nebenrolle gedrängt. Dann ist das Christfest eine hervorragende Gelegenheit, ihn zu bitten, die Dinge wieder zu Recht zu rücken! Dann könnte die Weihnachtszeit zu einem entscheidenden Wendepunkt in Ihrem Leben werden.
Ich wünsche Ihnen allen gesegnete Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr!
Ihr Pfarrer Peter Edert


  • Author: Pfarrer Peter Edert